Sonntag, 8. November 2015

Wenn der Teufel spielt

Manch einer stempelt den handel mit Derivaten grundsätzlich als Teufelszeug ab. Der amerikanische Investor Warren Buffett nannte sie einmal "finanzielle Massenvernichtungswaffen". Ja, der böse und undurchschaubare Markt, wo nur gezockt wird, um schnell Geld zu machen. Es stimmt zwar, dass viele die Hoffnung auf schnelles Geld treibt. Aber so undurchschaubar ist er eigentlich gar nicht. 

Man kann ihn wunderbar mit Roulett spielen vergleichen. Es sind nämlich allesamt nur Wetten: Einer wettet darauf, dass etwas eintritt und ein anderer wettet dagegen. Du wettest auf die 17 und die Spielbank aufgrund der mathematischen Wahrscheinlichkeit auf die anderen 35 Zahlen. Und auch hier gilt: je größer Dein Risiko, desto enormer der Gewinn. Aber umso eher winkt auch der Totalverlust. Wo immer es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben. So ist auch beim Roulett Dein Risiko geringer, wenn Du auf eine Farbe wettest, als wenn Du nur auf eine einzelne Zahl setzt. Dann liegt die Chance, dass Dein Einsatz flöten geht bei über 97%. 

Wie im Roulett, kannst Du auch mit Derivaten auf alle möglichen erhofften Ergebnisse wetten. Nur hier nennt es sich beispielsweise Hebel und Knockout. Und im Gegensatz zum Roulett gibt es an der Börse auch Einsätze, die immer gewinnen.
„Geld ist dann fair zu Dir, wenn Du die Mechanismen des Marktes verstehst.“ Michael Serve
Ich möchte nachfolgend auflisten, welche großartige Möglichkeit der Handel mit Derivaten bietet und manche Wetteinsätze sogar das Überleben einer Unternehmung sichern: 
  • Porsche konnte sich gegen einen steigenden Euro absichern, um die Autos weiterhin zum vereinbarten Preis in die USA zu verkaufen. Denn wird der Euro zu stark, werden die Autos im Ausland zu teuer und finden keinen Absatz mehr.
  • Bauern können ihre Ernte absichern: Sie wissen bereits bei der Saat, zu welchem Preis sie ihr Getreide verkaufen werden. Wenn der Preis an der Börse dann höher ist als gedacht, hat der Wettpartner Geld gewonnen. Der Landwirt hat auf jeden Fall eine sichere Kalkulationsgrundlage für Haus, Hof und Arbeitskräfte.
  • Versicherungen können ihre Kundengelder schützen.
  • Lufthansa hat sich mit Öl-Terminkontrakten gegen einen hohen Ölpreis abgesichert, um Flugpreise besser kalkulieren zu können.  

Nur hat eben alles im Leben zwei Seiten. Und so gibt es auch beim Handel mit Derivaten böse Buben, die kontrolliert werden müssen. Aber das liegt nicht am Markt, sondern an denen Individuen, die ihn zum Schlechten nutzen. So wie Du ein Messer verwenden kannst, um ein Leben zu nehmen, oder wie beim Kaiserschnitt, um ein Leben zu schenken. Aber es ist doch nie das Messer schuld.

Herzlichst Euer Michael Serve
www.mehrvomGeld.de 

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